Aktuelles

Schreiben von Ministerpräsident Kretschmann

An die Gläubigen der christlichen Kirchen in Baden-Württemberg

Sehr geehrte Damen und Herren,
es sind schwere Zeiten, die wir angesichts der Corona-Pandemie gerade
erleben. Wohl niemand von uns hätte gedacht, solche Einschränkungen
unserer persönlichen wie auch der religiösen Freiheit je erfahren zu müssen.
Und auch wir in der Regierung sehen uns in besonderer Weise gezwungen,
große Einschränkungen zu verordnen, um diese Krise so gut wie
möglich zu bewältigen.
Als Beauftragter der Landesregierung für die Kirchen und Religionsgemeinschaften
ist es mir in dieser Situation ein persönliches Anliegen, mich an
Sie, die Mitglieder und die Verantwortlichen in diesen Gemeinschaften, zu
wenden. Mein besonderer Dank gilt Ihnen für Ihre Kooperation und die rasche
Umsetzung der nötigen, aber schmerzhaften Schutzmaßnahmen und
die Sorge um ihre Einhaltung! Gerade weil es ein tiefer Eingriff in die Religionsfreiheit
ist, habe ich einen großen Respekt davor, dass Sie diese einschneidenden
Maßnahmen schnell umgesetzt haben. Kirchen, Synagogen,
Moscheen, Gebets- und Versammlungsräume sind geschlossen, alle religiösen
Feiern ausgesetzt – ein noch nie gekannter Vorgang, der weh tut. Darauf
verzichten zu müssen, ist ein Schmerz, den ich mit Ihnen teile. Denn
gerade jetzt braucht es ja den Beistand in besonderer Weise – die Seelsorge,
das Gebet, die Gemeinschaft.
Richard-Wagner-Straße 15
70184 Stuttgart
Telefon (0711) 2153 – 0 E-Mail: Winfried. Kretschmann@stm. bwl .de
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Daher danke ich besonders für alle kreativen Ideen und Umsetzungen, um
dennoch den Menschen beizustehen und Stärkung weiterzugeben. Dies gilt
sowohl für die hauptamtlichen Geistlichen, Imame, Rabbiner, Pfarrerinnen
und Pfarrer, die ganz neue Wege gehen müssen, aber genauso auch für alle
Ehrenamtlichen. Ich höre, dass gerade im Umfeld der Gemeinden sich
Menschen zusammentun, um schnell und unkompliziert Nachbarschaftshilfe
zu leisten, Einkaufsdienste zu übernehmen, telefonisch für alleinstehende
Menschen da zu sein. Oft übernehmen dabei vor allem auch Jugendliche und
junge Erwachsene die Initiative. Damit leisten Sie alle einen unschätzbaren
Beitrag zu unserem gesellschaftlichen Zusammenhalt in dieser
Ausnahmesituation, wofür ich Ihnen meinen großen Dank ausspreche!
Gerade in diesen Wochen stehen in den monotheistischen Religionen Ostern,
Pessach und Ramadan an,. die wir alle traditionellerweise auch als
Familienfeste feiern. Dieses Jahr werden wir hier im besonderen Maße
kreative Lösungen brauchen, um trotz der Beschränkungen Gemeinschaft
erleben zu können. Gleichzeitig sind in allen drei Religionen diese Feiern
Zeiten der Hoffnung! Sie erinnern an persönliche Einkehr, an Wendepunkte in
unserer religiösen Geschichte, an Befreiung und Aufbruch und an den Beginn
neuer Zeiten. Ich möchte Sie daher ermutigen, diese Hoffnung ins Zentrum
unserer Feiern zu stellen! Wir können zum heutigen Zeitpunkt nicht absehen,
wie die Situation sich in den kommenden Wochen darstellt. Aber die
Hoffnung, dass wir diese Krise bewältigen, dürfen wir haben.
In meinen Gesprächen mit Vorständen und Kirchenleitungen habe ich den
Kirchen und Religionsgemeinschaften meine Unterstützung zugesichert. In
diesen Zeiten brauchen wir Botschaften der Hoffnung, des Mutes und der
Stärke mehr denn je, und wir brauchen die Gemeinschaft im Geist.
Ich wünsche Ihnen allen SEINEN Segen.
Winfried Kretschmann

 

Link: Ministerpräsident Winfried Kretschmann

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